Gesellschaft und Ökologie

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Tag: Subventionen

Emissionsgutschriften für Regenwaldzerstörung

CO2-Gutschrift

Während die Öffentlichkeit gerade zusieht, wie beim Klimagipfel in Kopenhagen über Geld gestritten wird, ist abseits der TV-Kameras vor Kurzem eine Besorgnis erregende Entscheidung gefallen: Das UN-Klimasekratariat entschied, dass für den Betrieb von Soja- und Palmölplantagen CO2-Gutschriften ausgestellt werden können. Das heißt konkret: dort wo Regenwald zerstört und durch Monokulturen ersetzt wurde, die u.a. der Produktion des sogenannten Biosprit dienen, können die Betreiber für ihre Plantagen auch noch Bonuspunkte im Emissionshandel erzielen.

Der Emissionshandel (CDM – Clean Development Mechanism) dient offiziell der Reduktion des CO2-Ausstoßes.  Umweltfreundliche Länder sollen dadurch von ihren Verdienste im Umweltbereich auch finanziell profitieren, Umweltsünder zumindest zur Zahlung von Geldern verpflichtet werden. Duch die neue UN-Regelung können sich jedoch große Umweltzerstörer selbst als Umweltschützer hinstellen und Subventionen. Der Umweltschutzgedanke wird damit ad absurdum geführt und Regenwaldzerstörung finanziell gefödert.

Eine weltweite Protestbewegung fordert nun die sofortige Rücknahme der neuen EU-Entscheidung, eine Protestaktion finden Sie bespielsweise auf www.regenwald.org .

EU-Agrarsubventionen: keine Chance für Öko-Bauern

Die Mitte Juli 2009 veröffentlichten Zahlen über die EU-Agrarsubventionen sind mehr als ernüchternd:  Obwohl die EU auch Fördermittel an ökologische Betriebe vergibt, landet der größte Teil der Subventionen bei den Großkonzernen, die auf großflächigen Betrieben konventionelle Landwirtschaft im industriellen Stil betreiben. So ist die Firma Südzucker der größte EU-Subventionsempfänger in Deutschland. Abgesehen von der Bürokratie, der hier von der EU betrieben wird, führt das System der Agrarsubventionen zu einer Umverteilung von unten nach oben. Konzerne profitieren, engagierte Öko-Bauern und Bäuerinnen ziehen den Kürzeren. Durch die Exportsubventionen leiden zudem die ohnehin schon armen Erzeuger in den Entwicklungs- und Schwellenländern, die oft am Rande des Existenzminimums produzieren.  Eine Abschaffung der EU-Subventionen wäre wohl für Umwelt, Landwirte und die gesamte Bevölkerung die beste Lösung.
Quellen: Tagesschau, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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